Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Space Hulk: Todesengel

Im Rahmen der Odyssee hatte ich die Gelegenheit das kooperative Kartenspiel Space Hulk: Death Angel von Fantasy Flight Games in der deutschen Version Space Hulk: Todesengel des Heidelberger Spieleverlages auszuprobieren. Grundidee ist die Erstürmung eines Space Hulks durch ein Team der Blood Angel Space Marines.

Daten, Fakten und Spekulationen

Die optische Gestaltung des Spiels ist sehr ansprechend und atmosphärisch, mit detaillierten und stimmigen Illustrationen. Die einzelnen Space Marine Teams sind zwar farblich gekennzeichnet, doch gerade bei gedimmter Beleuchtung nicht immer leicht zu unterscheiden. Qualitativ ist nichts auszusetzen, die Karten sind anständig, sauber gestanzt und stabil genug, die vorhandenen Tokens ebenfalls sauber begrenzt.

Das Spiel erfordert eine gesunde Mischung aus Strategie und Würfelglück und ist nur in enger Zusammenarbeit aller Spieler zu gewinnen. Anfangs dauerten unsere Planungen recht lange, nach einigen Runden und dem kennen lernen der Spezialfähigkeiten ging es deutlich flüssiger von Statten.

Die Spieldauer erscheint mir recht variabel, unter Umständen ist man bei Würfelpech oder der deutlich wahrscheinlicheren falschen Strategie ist das gesamte Team rasch von den Horden der Symbionten überrannt worden. Vor allem bei Erstspielern wird jede Entscheidung ausführlich zusammen diskutiert und dadurch die einzelnen Runden deutlich verlängert. Letztendlich sollte man aber doch innerhalb von zwei Stunden fertig sein können.

Der Spaßfaktor ist auch stark von der persönlichen Frustrationstoleranz abhängig, das Spiel ist wirklich schwierig und nicht immer zu gewinnen und ein einzelner Spieler scheidet vermutlich rasch früher als erwartet aus. Bei der Langzeitmotivation bin ich ein wenig skeptisch. Ich habe zumindest nicht den Wunsch verspürt, gleich noch eine Runde zu spielen, obwohl ich durchaus Spaß hatte.

Spielablauf

Zuerst wird die Teamaufstellung durch Mischen und ablegen der Karten festgelegt, dann werden die Punkte, an denen die Symbionten erscheinen festgelegt und die erste Runde Xenos auf die Marines losgelassen. Nun beginnt die Planungsphase, in der sich jeder Spieler entscheidet, ob seine Marines in der folgenden Runde „Unterstützen“, „Bewegen & Aktivieren“ oder „Angreifen“ sollen. Da man nicht zwei Mal hintereinander die selbe Handlung ausführen kann fällt allein dieser Entscheidung schon viel Gewicht zu. Jedes Team verfügt über besondere Fähigkeiten, die es geschickt zu kombinieren gilt. Nach der Festlegung der gewünschten Aktionen werden diese ausgespielt, dabei hat jede Aktionskarte einen Wert, durch den die Reihenfolge genau festgelegt ist, auch dieses ist bei der Planung zu berücksichtigen. Bei den Angriffen besteht ohne Spezialfähigkeiten eine 50%ige Chance, einen der Symbionten zu erledigen und nur wenige der Marines können mit einem Angriff mehr als einen Gegner töten. Rasch bilden sich dadurch bedrohliche Schwärme von Feinden. Nach Abschluss der Aktionen der Marines greifen die Xenos an. Dabei muss der angegriffene Spieler mit einem W6 (0-5) mehr als die Anzahl der ihn angreifenden Feinde würfeln, sonst ist er aus dem Spiel. Einfach so! Das geht schneller als man denkt… Durch vorherige Unterstützung kann man unpassende Würfe wiederholen, aber es bleibt bei einem recht tödlichen System, spätestens bei 5 Gegnern ist man ohne Spezialfertigkeiten aufgeschmissen. Nach den Angriffen der Symbionten wird eine Aktionskarte gezogen, die nicht nur angibt wo und wie viele Symbionten neu erscheinen, sondern auch noch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Symbiontenschwärme bewegt, mit viel Glück nur von einem Marine zum nächsten, mit etwas Pech aber auch in den Rücken eines Marines, der dann ohne sich zu bewegen nicht mehr angreifen kann und keine Unterstützung bei der Verteidigung mehr in Anspruch nehmen darf. Zusätzlich sind noch besondere Ereignisse auf der Aktionskarte vermerkt, mit viel Pech ist diese auch noch als „Instinkt“ gekennzeichnet, was den kartenziehenden Spieler zwingt eine Entscheidung ohne Absprache mit den anderen zu fällen.

Fazit

Space Hulk: Todesengel ist ein ansprechend gestaltetes, taktisches Denken und enge Absprachen erforderndes kooperatives Kartenspiel vor dem bekannten Warhammer 40K Hintergrund. An positiven Aspekten würde ich den spannenden und schwer vorhersehbaren Spielverlauf, das enge Zusammenarbeiten der Spieler und die ansprechende Gestaltung nennen, außerdem ist es auch ohne Kenntnis der Hintergrundwelt gut spielbar. Negativ aufgefallen ist mir der eher hoch und kaum zu regulierende Schwierigkeitsgrad sowie das vermutlich nicht auf Dauer fesselnde Spielprinzip, das aber bei dem eher geringen Preis verzeihlich ist. Insgesamt: Daumen hoch!

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Kommentare zu: "Space Hulk: Todesengel" (1)

  1. […] Space Hulk: Todesengel […]

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