Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Eine neue monatlich erscheinende Artikelserie startet demnächst. Diesmal berichte ich von Universalsystemen aus dem Indie-Bereich, die für lau und frei verfügbar sind, kaum Einarbeitungszeit benötigen und häufig innovative Regelmechanismen verwenden, die unsere Art zu Spielen verändern oder verbessern können. Aber Wofür braucht man solche Systeme überhaupt, es gibt doch GURPS? Mir fallen sofort zwei gute Gründe ein!

Und die Katastrophe nahm ihren Lauf…

Kurz vor Beginn des lange geplanten Rollenspiel-Abends sagt mal wieder ein Spieler ab, ein anderer kommt zu spät und der dritte hat eigentlich keine Lust mehr auf die alte Geschichte. Was tun? Entweder gehen alle frustriert nach Hause und die Spielrunde geht langsam aber sicher unter (das ist bei weitem die schlechteste Möglichkeit), man weicht auf ein Gesellschaftsspiel oder ein Kartenspiel aus, man macht sich einen netten Abend mit Freunden, vielleicht einem Film oder anderweitiger Unterhaltung. Oder man beginnt ein 2 Minuten Brainstroming und sucht sich eine RPG Idee heraus. Sei es ein Film, der einen inspiriert hat, oder ein Comic, ein Roman, eine Fernsehserie. Vielleicht sogar der Traum von letzter Nacht. Wichtig ist jetzt nur eines: Ein System muss her, mit dem sich genau diese Idee umsetzen lässt, innerhalb weniger als 30 Minuten, inklusive Charaktererschaffung. Am besten wäre natürlich ein System mit möglichst viel Mitspracherechten für die Spieler, damit der Spielleiter (falls es denn einen gibt) ein wenig beim Improvisieren unterstützt wird.

Obskures Setting sucht verzweifelt anhängliches Regelsystem

Manchmal gibt es einfach kein fertiges Angebot an Regeln für ein bestimmtes Setting. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Für manche Settings gibt es einfach keinen Markt, es interessieren sich zu wenige dafür. Wieder andere Settings sind in den Händen großer und klagewilliger Lizenzinhaber und schrecken daher viele Kreative ab. Auch hier soll Abhilfe im Indie-Bereich zu finden sein. Und dank der minimalen Vorbereitungszeit der von mir ausgewählten Systeme kann man innerhalb kürzester Zeit beginnen.

Rettung aus der Indie-Ecke

Gerade diese Szenarien sind eine der klassischen Stärken der Indie-RPGs, vor allem der im Umfeld der Forge entstandenen. Kurze, einfache Regeln, oft mit geteilter Erzählverantwortung, mit überraschenden, lustigen oder innovativen Regelideen. Viele dieser Systeme sind nur einem kleinen Kreis an Spielern bekannt, dabei gibt es sie oftmals seit Jahren. Alle von mir vorgestellten Systeme sind kostenlos und im Internet frei verfügbar, obwohl es bei einigen noch aufgepeppte Bezahlversionen gibt, manchmal sogar als gedruckte Version. Außerdem lassen sich diese Systeme auf nahezu jedes Genre, jedes nur erdenkliche Setting ein. Ihre Flexibilität ist ihre Stärke, aber natürlich muss man mit kleinen Abstrichen leben. Keines der Systeme ist besonders detailliert, nur wenige legen den Fokus auf Kämpfe. Aber als „Abendretter-RPG“ sind sie allemal geeignet, mit einigen kann man durchaus längere Kampagnen spielen. Oder aber man spielt zufrieden das weltbekannte Setting, für das sich kein Lizenznehmer gefunden hat und an das sich kein Hobby-Autor heran traut.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: