Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Warum ungespielt? 02/06

Der zweite Teil der tiefer gehenden Beschreibung der ungespielten Rollenspiele in meinem Regal. Und vermutlich wird mich bald die Wirklichkeit überholen und zumindest eines dieser Spiele von der Liste verschwinden. Aber immer schön der Reihe nach, schließlich habe ich mir bei jedem (naja, fast jedem) Spiel etwas gedacht, hatte Hoffnungen, Erwartungen und manchmal auch Illusionen über die zu erwartenden Qualitäten.

Bulldogs!

Für den Kauf  von Bulldogs! kann ich mehrere Gründe ins Feld führen. Einerseits ist da der allgemeine Kickstarter-Rausch zu nennen, andererseits meine Schwäche für Sci-Fi. Ausschlaggebend war vermutlich aber die Idee, einen Gegenpol zu Diaspora zu schaffen, mein dritten FATE Sci-Fi Setting.

Gespielt habe ich es nicht, weil ich derzeit keine Gruppe an der Hand habe, die gerne FATE als System benutzt. Und außerdem ist mir momentan in Anlehnung an Prometheus eher nach düsterem Hard-Sci-Fi, und das verträgt sich nun mal nicht mit Kuschelbären mit Zigarre im Mundwinkel…

Burning Wheel Gold

Auf der Suche nach einem System, dass mir die fantastische Welt Mittelerdes erschließen würde, habe ich viele Systeme ausprobiert. Neben den „offiziellen“ MERS und CODA-Varianten auch alle möglichen Universalsystem, die zum Flair Mittelerdes passen sollten. Von Burning Wheel habe ich dementsprechend auch zuerst gehört, dass es sehr tolkinesque sei und dazu noch wirklich innovativ. Hörte sich toll an. Also, die Revised Edition gekauft, durchgelesen… Fragen über Fragen, die auch die folgenden „Burner“ nicht wirklich beantworteten. Irgendwie kam mir das ganze immer unspielbarer vor, immer komplexer und undurchschaubar. Angeblich ist BWG eindeutiger, einfacher und einsteigerfreundlicher. Ich habe es noch nicht gelesen, aber es ist durch das Erscheinen eines aktuellen „offiziellen“ Mittelerde-RPGs auch weit nach hinten auf meiner Liste gerückt…

Children of Fire

Wenn ich es ganz realistisch betrachte, dann habe ich eigentlich keine Ahnung, was mich dazu gebracht hat, dieses Rollenspiel über Kickstarter zu erwerben. Vielleicht war es der Wunsch, ein paar Anregungen zum Thema „Engel“ zu finden, vielleicht hat mir das Design gefallen. Vermutlich war es aber wirklich nur ein gewisser „Kickstarter-Rausch“, denn ich werde das vermutlich nicht einmal komplett lesen.

Chronica Feudalis

Ich habe die Blue Knight Edition mit einem der Hilfspaketbundles von RPGNow als PDF erworben. Nachdem ich ein anderes Spiel des Autors gelesen und gekauft habe, wurde ich neugierig und habe so viel Spass beim Lesen gehabt, dass ich mir die Printversion gekauft habe. Besonders toll finde ich die Beschreibung aus der Sicht rollenspielender Mönche. Ich plane eigentlich nicht Chronica Feudalis mal zu spielen, aber da die Regeln wirklich sehr schlank und übersichtlich sind, halte ich es mir für einen spontanen OneShot offen.

Cold City

Ich fasse mal kurz die entscheidenden Punkte zusammen: Monsterjagd in einem geteilten Berlin nach dem zweiten Weltkrieg mit Regeln für Ver- und Misstrauen zwischen den Spielercharakteren, gepaart mit wenigen aber dafür gute Illustrationen. Und ich wurde nicht enttäuscht, das Spiel gefällt mir rundum, bislang fehlen mir aber tatsächlich die Ideen (neben der Zeit), um daraus eine Spielrunde zu machen!

Colonial Gothic

Ich muss es leider sagen, aktuell sieht das nach einem klassischen Fehlkauf aus. Ich habe mich von der Idee eines Western-Settings mit Monstern abseits von Deadlands ködern lassen, dazu noch aus der Indie-Ecke, was sollte schon falsch laufen? Ich weiß es nicht, aber ich kriege es einfach nicht fertig das Regelwerk allein zu lesen. Spricht mich einfach nicht an. Schade!

Conspiracy x 2.0

Kurt ist… zumindest auch dran Schuld, aber eigentlich ist Georgious schuld! Nein, eigentlich sind Scully und Mulder schuld! Oder die Regierung, die Außerirdischen…

Ich stehe einfach auf Verschwörungstheorien (ohne einer auch nur den geringsten Glauben zu schenken), und auf der Suche nach einem passenden RPG bin ich auf diesen Titel gestoßen. Dazu kam noch eine erste Spielerfahrung mit dem Unisystem (Ein Star Wars Abenteuer mit dem Angel-Abkömmling). Für dieses System (und Setting) habe ich früher oder später größere Pläne im Rahmen einer offenen Kampagne, mit Metaplot und allem drum und dran. Irgendwann, wenn ich Zeit habe!

Dark Ages Vampire

Vampire: The Masquerade gehört zu meiner Rollenspielkarriere und hat meinen Weg weg von regelreichen Rollenspielen zu den regelärmeren geebnet. Und egal wie viel Spaß ich damit auch hatte: Irgendwie kam der „Horror“ nie wirklich auf. Das liegt vermutlich daran, dass mir Vampire in einem modernen Setting nicht wirklich Angst machen. Aber wer von Euch schon mal entfernt von der „Zivilisation“ war, in einem kleinen Dorfe irgendwo in der Nähe eines Waldes, ohne Elektrizität, ohne fließendes Wasser aus dem Hahn, ohne Telefon, der kann vermutlich nachvollziehen wie abergläubisch und ängstlich sich die Menschen in der Dunkelheit vergangener Jahrhunderte gefühlt haben müssen. Auf Deutsch: Ich LIEBE dieses Setting. Ich würde genau dieses Rollenspiel gerne mal in einer passenden Umgebung spielen. Eben in einer Holzhütte, vor einem Kaminfeuer oder sogar draußen um ein Lagerfeuer in tiefster Nacht. Jetzt finde dafür doch mal Spieler!

Dawning Star

Wieder mal hat mich ein klassischer „Sci-Fi-Entzug“ zum Kauf getrieben. Nachdem der gute Kurt es vorgestellt hat und dabei auch hervorhob wie gut man es ausschlachten könnte habe ich nicht widerstehen können.

Wie erwartet dienst es nun als Inspirationsquelle, und dafür ist es wirklich toll. Schade nur, dass so ein dickes Buch nur als Softcover erhältlich und dadurch sehr empfindlich ist…

Delta Green

Mein Verhältnis zu dem Cthuluh-Mythos ist sehr rollenspieleruntypisch. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, es macht mir keine Gänsehat, sondern erinnert mich eher an schlechte B-Movies mit unfreiwilliger Komik. Aber dann kam mir die Kurzgeschichtensammlung „Dark Theatres“ in die Hände und ich fand es großartig. Gepaart mit meiner Begeisterung für Verschwörungstheorien war das Rollenspiel fast schon ein „Must-buy“. Außerdem ist Kurt schuld!

Vermutlich werde ich es dennoch nicht spielen, denn mit Conspiracy X steht ein ähnliches Produkt mit mir angenehmeren Regeln im Regal und wartet auf  seinen Einsatz.

Demon: The Fallen

Hatte ich schon erwähnt, dass mich Engel und Dämonen als Rollenspielelement reizen? Ja? Gut, dann muß ich dazu wohl nix mehr sagen. Im Gegensatz zu dem deutlich bekannterem Werwolf-Regelwerk hat mir dieses sehr gut gefallen, aber für eine Spielrunde war es nie wirklich vorgesehen. Das ist eine der Stärken der alten World of Darkness Bücher: Man kann sie wunderbar als Prosa lesen, die Flufftexte sind richtig gut!

Der Eine Ring

Was soll ich sagen: Ich bewundere Tolkien in einem großen Maße, denn er hat nicht nur wunderbare, epische Geschichten von Menschen, Zwergen , Elfen und Hobbits erzählt, sondern unsere Vostellung von Fantasy begründet und alles darauf folgende maßgeblich beeinflusst. Auf der Suche nach dem idealen System für ein Rollenspiel in dieser fantastischen Welt habe ich viel ausprobiert und bin zuletzt bei DER gelandet und habe große Hoffnungen. Doch die Übersetzung… Naja, sprechen wir nicht darüber und warten wir auf Errata. Das wird bald gespielt, Planung ist in Gange, Termine werden schon gedoodelt!

Desolation

Ein echter Impulskauf! Beeinflußt durch meine Begeisterung für das Ubiquity-System, meinenWunsch nach einem freien Magiesystem und der unglaublich guten Tagline: „A Post-Apocalyptic Fantasy Role Playing Game – High Fantasy, Brought Low“ konnte ich mich nicht zurückhalten und habe bestellt. Und ich würde auch nicht sagen, dass ich es bereut habe. Das Setting ist interessant, die Regeln gefallen mir. Es fehlt tatsächlich nur die Zeit…

Deus Vult

Auf der gezielten Suche nach einem „ansehnlichen“ Fantasy-Rollenspiel, das wirklich hauptsächlich dazu dienen sollte, diese Ecke in meinem Regal aufzuhübschen bin ich über Runequest II gestolpert und habe es gelauft. Dazu wurde ein Setting beworben, das (meiner Meinung nach) kaum spannender sein könnte: Ritter in der Zeit Des ersten Kreuzzuges mit zusätzlich übernatürlichen Elementen. Wahnsinn – eine Fundgrube erster Klasse, aber für mich nie wirklich als Rollenspiel eingeplant.

Diaspora

Ich würde ja gerne sagen: „Kurt ist schuld!“, aber in diesem Fall stimmt es nicht, ich habe zuerst das Buch gekauft und danach die Episode gesehen 😉 Wieder einmal bin ich meiner Sci-Fi Schwäche erlegen?

Dazu kommt noch das Versprechen von Hard-Science-Fiction, einem wirklich stiefmütterlich besetztem Rollenspiel-Genre. Zu guter Letzt ist es noch ein FATE-System, und das liegt mir. Doch nach der Lektüre muss ich leider zugeben, dass mir die Clustergeneration allein vermutlich mehr Spaß macht als der Rest des Spiels, und so wird es vermutlich nur als Inspirationsquelle bestehen bleiben.

Do: Pilgrims of the Flying Temple

Im Kickstarter-Rausch bin ich über dieses „Rollenspiel“ gestolpert, dass mich gleich auf mehreren Ebenen angesprochen hat. Einerseits verzichtet es auf die klassischen Würfel, andererseits ist es von der Anlage her gewaltfrei und kindgerecht, dazu noch wunderschön gestaltet. Wenn irgend jemand Zweifel daran haben sollte dass alle Menschen Rollenspieler sein könnten, dann soll derjenige sich einmal Kinder ansehen, sich mit ihnen unterhalten und ihnen gut zuhören. Denn Kinder erzählen die besten Geschichten. Und genau dafür ist dieses „Erzählspiel“ gemacht, um gemeinsam eine tolle, lustige Geschichte zu erzählen. Diesmal fehlt es mir nicht an Zeit, die richtige Zeit ist nur noch nicht gekommen, aber dann werde ich es mit meinen Kindern spielen!

Don’t Rest Your Head

Einer der wenigen Käufe auf Empfehlung in meinem Regal. Aber es war vermutlich nicht sonderlich schwer mir dieses Rollenspiel schmackhaft zu machen, denn ein modernes Setting mit Horror-Elementen, einfache Regeln mit cleveren Mechanismen und die tolle Aufmachung haben es mir leicht gemacht. Aber ich bin mir durchaus bewusst, dass ich es eigentlich gar nicht spielen wollte, sondern es eher als Lesestoff gekauft habe. Vielleicht hätte ich auf die Übersetzung warten sollen?

Earthdawn 3rd Edition

Nach der Einstiegsdroge DSA und einer MERS-Runde folgte eine lange Fantasy-Abstinenz. Als großer Fan von Shadowrun und dem dazugehörigen Universum musste ich mich über kurz oder lang einmal mit Earthdawn beschäftigen, und die Welt hat mich gleich verzaubert. Maßgeblichen Anteil an meiner Begeisterung hatte sicherlich die Tatsache, dass FASA das Grundregelwerk als HTML-Version mal kostenlos verteilt hatte und ich (in den Zeiten knapper Kasse) mir damit überhaupt noch ein Rollenspiel leisten konnte.

Etwas sauer aufgestoßen ist mir damals schon das recht komplexe Regelsystem, aber meine Liebe zum Setting war größer, und so habe ich nun die aktuelle Version erworben. Und Earthdawn ist endlich mal ein System für das ich schnell eine Gruppe finden kann und nicht selber leiten muss – damit ist die Regelfülle gleich weniger relevant ;-).

Eclipse Phase

Eclipse Phase mag noch so verkorkste Regeln haben, mir gefällt das Setting sehr gut, die Aufmachung der Bücher ist grandios! Aber vor allem habe ich bislang alles aus dieser Serie gekauft, weil ich die Idee der Lizenzierung unterstützen möchte. Wir brauchen mehr Rollenspiele unter einer vergleichbaren Lizenz, mit mehr Freiheiten für Spieler und Fans, ihre Fan-Kreationen auch legal mit offiziellem Material anzureichern. Spielen werde ich es vermutlich nicht, obwohl ich eine (meiner Meinung nach) bahnbrechende Idee für eine offene Kampagne hätte.

Eoris

Gekauft als Schmuckstück, schon in den Previews war mir klar, dass ich es nie spielen würde. Zugegebenermaßen fällt mir aber auch das Lesen der (reichhaltigen) Flufftexte sehr schwer, bleiben nur noch großartiges Design und tolle Illustrationen.

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Kommentare zu: "Warum ungespielt? 02/06" (4)

  1. Ich muss zugeben, ich beneide dich ein wenig um deine potentielle Der Eine Ring-Spielrunde. Zur Zeit sind die meisten meiner Rollenspielrunden eher eingeschlafen und mein derzeitiger Spielfavorit „Smallville“ wird wohl außer auf Conventions wenig „action“ sehen.

    Ich hoffe du schreibst ein wenig über deine Erfahrungen mit Der Eine Ring.

    • Natürlich werde ich über „Der Eine Ring“ berichten, im Moment warte ich noch, bis der Ärger über die vielen Fehler in der Übersetzung verflogen ist. Vermutlich werde ich dann auch mein neues Lieblingsspielzeug ausprobieren und die Regeln als Mindmaps oder Flowcharts zusammenfassen.

  2. Da steht einiges interessantes auf der Liste, was ich auch mal spielen würde – aber das geht wohl den meisten so. Deus Vult klingt für mich noch am interessantesten!

  3. stffen schrieb:

    Ich finde es ja interessant, wie sehr sich doch die Ersteindrücke decken.

    Burning Wheel hat bei mir genau denselben Eindruck hinterlassen wie bei dir.

    Und bis ich die richtigen „kindlichen“ Leute für eine Runde Do: Pilgrims of the Flying Temple gefunden habe, wird wohl noch einige Zeit verstreichen.

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