Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Warum ungespielt? 05/06

Heute möchte ich mich den letzten ungespielten RPGs und vor allem den Gründen für den Kauf und das „Nicht-Spielen“ widmen. Es sind wieder einige Überraschungen mit dabei, es ist schon erstaunlich, wie schlecht man sein eigenes Konsumverhalten so kennt und versteht. Nach diesem vermutlich eher weniger spannenden Artikel kommt im nächsten und zugleich letzten Artikel dieser Serie dann das Spannendste (zumindest für mich): Die Auswertung und Aufarbeitung, unter zu Hilfenahme des  Google Charts API.

Spirit of the Century

Ich habe vor gefühlten Jahrzehnten mal eine Runde mit einem Fudge-Rollenspiel gehabt und hatte viel Spass dabei. Irgendwann ist dann FATE zum Star auf „The Big Purple“ geworden und hat meine Neugier in Kombination mit Kurt angefacht.

SotC habe ich mir für einen ganz spezifischen Zweck gekauft, ich wollte in einer Runde voller Pulp-Action mitspielen, die abwechselnd auf Savage Worlds und FATE basierte. Leider habe ich es jeweils nur zu den Savage Worlds Terminen geschafft und so liegt das gute Stück unbenutzt bei mir im Regal.

Starblazer Adventures

Space Opera und Science-Fiction sind meine favorisierten Genres und bieten immer viel Platz für fantasiereiche Rollenspielrunden. Auf eine FATE-Variante musste ich lange warten.

Aber spätestens als das Paket zu Hause bei mir ankam war mir klar, dass dieses Rollenspiel eigentlich nur zur Selbstverteidigung zu nutzen sein würde. Es liest sich toll, der Inhalt ist sicher auch gut, aber es ist einfach viel zu viel, viel zu lang!!!

Summerland

Postapokalyptische Szenarien reizen mich, vor allem, wenn sie sich mal von den Klassikern (Atomare Vernichtung, Meteoriten, Super-Seuche, Mega-Umweltkatastrophe) unterscheidet. Und hier setzt Summerland wunderbar an: Was wäre, wenn die Natur uns einfach überwuchern würde? Eine tolle Idee, gut umgesetzt, in einem handlichen Format und dazu noch preiswert. Dennoch fehlt es mir an Energie um eine Runde damit zu starten. Und jetzt kommt der Punkt, der mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat: Ich habe mir noch ein Rollenspiel des Autors gekauft, dass ich ebenfalls nicht gespielt habe und vermutlich auch nicht spielen werde….

Sundered Skies

Hier kommen wieder mehrere Faktoren zusammen. Kurt ist nur einer davon! Zusätzlich habe ich schon gute Erfahrung mit Savage Worlds als Regelsystem gemacht und bin ein großer Freund von Settings mit Luftschiffen.

Was mich bislang vom Spielen abgehalten hat ist die doch etwas dürftige Weltbeschreibung. Es ist eben typisch Savage Worlds, ein eher abgespecktes Produkt, reduziert auf das Wesentliche. Das ist nicht schlecht, keinesfalls, und mit dem Zusatzband wird das ganze sicher auch wieder etwas detaillierter, aber ich hätte mir da irgendwie… mehr erhofft. Es ist keinesfalls ein Fehlkauf, in jeder Hinsicht eine tolle Inspirationsquelle, und man könnte es auch direkt so bespielen, aber es hat mich nicht vom Hocker gerissen.

Swashbuckler 2nd Edition

Ich habe für ein eigene Rollenspielprojekt mal nach anderen Methoden zur Kampfresolution gesucht und war der Meinung, dass Karten vermutlich der schnellste und eleganteste Weg sein dürften. Als ich dann herausgefunden habe, dass dieses Piraten-Rollenspiel genau so ein System benutzt, habe ich es mir als Inspirationsquelle gekauft. Wie erwartet ist es ungespielt, die Karten sind noch nicht einmal heraus getrennt. Ich bin immer noch der Meinung, dass man ein schnelles, taktisches Kampfsystem am besten mit Spielkarten abbilden könnte, bislang sah ich aber keinen Weg die passenden Karten haltbar, ästhetisch ansprechend und gleichzeitig bezahlbar zu drucken. Inzwischen gibt es zahlreiche „Kartendruckdienste“ im Internet und ich müsste mich mal wieder ransetzen…

Swashbucklers of the 7 Skies

Nachdem ich mit Sundered Skies einen kleinen Dämpfer bekommen hatte, habe ich große Hoffnungen in Chad Underkofflers Werk gelegt. Ganz abgesehen von der wunderbaren Arbeit die er bei Unknown Armies abgeliefert hat: Mit so einem Namen MUSS man ja eigentlich Autor werden, oder? Kurt hat Reklame dafür gemacht, ich habe es gekauft.

Und dann war ich maßlos enttäuscht. Ich habe mir nicht viel von Illustration und Design erwartet, ich wusste, dass mich die Regeln nicht vom Hocker reißen würden. Ich war scharf auf das Setting, beschrieben in tollen Texten mit viel Atmosphäre. Und was habe ich bekommen? Ein Buch, in dem ganze Absätze kopiert sind! DAS kann man bei einer wissenschaftlichen Publikation machen, wenn man seine Methoden aufzählt, aber doch nicht in einem Buch, das so von der Fantasie des Lesers abhängt.

Talislanta

Talislanta ist der Beweis dafür, dass bei mir alternative Vertriebsmodelle funktionieren würden: Ich habe die inzwischen kostenlosen elektronischen Versionen diese Regelwerks gelesen und mich dann entschlossen, sie auch als Buch zu erwerben. Ich hatte tatsächlich nicht mit SO einem Klotz im Regal gerechnet (Kenner der Serie wissen jetzt sofort, welche Edition ich meine), aber ich bereue den Kauf nicht. Es dient als Ansichtsexemplar und Buchstütze und erfüllt diese Zwecke sehr gut. Auch wenn es bei mir nicht in Verwendung ist, ist es doch ein schönes High-Fantasy-System mit dem erprobten und für gut befundenen Omni-System.

The Esoterrorists

Meine ersten Erfahrunge mit dem Gumshoe-System waren mit „Fear Itself“ sehr positiv, und allein deshalb hat mich das nette kleine Spiel wie magisch angezogen. Dabei sind wieder die beliebten Verschwörungstheorien und mit dem Quellenband „The Book of Unremitting Horror“ endlich mal ein Monsterhandbuch, bei dem mir wirklich ein kalter Schauer den Rücken herunter läuft und mir die Haare zu Berge stehen. Ich habe selten SO furchterregende Monster gesehen. Wie auch immer, ich habe eine kurze Kampagne zu den Esoterroristen im Kopf und warte auf den apssenden Zeitpunkt, um sie umzusetzen.

The Shadow of Yesterday / The World of Near

Auf der Suche nach alternativen Systemen, vor allem aus der Forge-Ecke stößt man früher oder später unweigerlich auf „The Shadow of Yesterday“ als Paradebeispiel für alternatives Gamedesign. Natürlich musste ich es haben, und nun sitze ich da mit diesem Büchlein und tue mich sehr schwer mit dem Verstehen der Regeln. Irgendwie habe ich mir das leichter, logischer, eindringlicher vorgestellt. Ich werde bei Gelegenheit mal nach der deutschen Übersetzung forschen, vielleicht wird es dadurch leichter…

The Unexplained

Als Fan von Verschwörungstheorien ist es ja meistens kein Problem an nettes Quellenmaterial zu kommen, das internet ist voll damit. Doch nur ein geringer Teil ist so aufbereitet, dass man ihn direkt in einem Spiel verwenden kann. Da kam mit dieses Rollenspielprodukt gerade recht, das sich als zweigeteilt mit einer (eher uninspirierten Fudge-Engine) Rollenspielbuch und einer pseudodokumentatorischen „Handbuch der realen paranormalen Forschung“ Hälfte gerade als Fundgrube für andere Spiele anbietet. Es wird mir bestimmt gute Dienste erweisen, wenn ich Conspiracy X spielen möchte…

Trinity

In meiner White Wolf Phase war Trinity gerade modern, und dazu noch Skandal umwoben! Kaum war es auf dem Markt, musste auch der Titel geändert und die Coverbilder überklebt werden. Gab es so was schon mal vorher? Ich glaube nicht! Und auch das Format war etwas ganz besonderes: Eine Ringbindung, aber abgedeckt. Einfach zu lesen und zu blättern, dennoch stabil. Handlich. Tolle Idee! Wirklich spielen wollte ich es ja nicht, aber der Inhalt ist schon toll, der ganze Metaplot stimmig und stimmungsvoll.

Victoriana

Hier haben mich wieder einmal mehrere Dinge gleichzeitig gelockt. Zuerst natürlich das Setting: Gaslampen sind einfach wunderbar für die Rollenspiel-Atmosphäre. Außerdem sah es nach einem hochwertigen Produkt aus, mit schönen Illustrationen und passendem Einband. Nun ja, der Einband ist letztendlich nur gedruckt, aber hübsch ist es trotzdem. Und es enthält tonnenweise Ideen für Abenteuer im Viktorianischen Zeitalter, mit und ohne fantastische Elemente. Ich würde gerne irgend wann einmal ein Rollenspiel im Stil der aktuellen Sherlock Holmes Filme anbieten, bis dahin lasse ich das mal im Regal reifen.

Victorian Age Vampire

Ich habe ja schon von meiner Wunschvorstellung berichtet, Vampire der alten Welt mal irgendwo in der Einöde Nachts zu spielen. Victorian Age Vampire weckt bei mir ähnliches Interesse, allerdings wird sich eine viktorianisch anmutende Kulisse schwer her zaubern lassen. Der Kauf diente der Vervollständigung meiner Sammlung, Spielabsicht war nie dabei.

War Hammer Fantasy RPG 3rd

Wenige Rollenspiele habe so eine Diskussion losgetreten wie die dritte Edition des WarHammer Fantasy Rollenspiels. Es bricht mit so vielen Traditionen, dass es allein dadurch schon interessant genug für mich war. Zusätzlich habe ich viele Freunde und Bekannte, die zwar gerne Gesellschaftsspiele spielen, bei Rollenspielen der klassischen Art aber ein wenig skeptisch sind. Ich erhoffe mir von dem Ungetüm in zahlreichen Boxen und Büchern eine Möglichkeit, diesem Spielern den Zugang zum Arollenspiel zu erleichtern. Außerdem sehne ich mich nach etwas wirklich Innovativem auf dem Rollenspielmarkt. Die Zeit wird zeigen, ob ich damit glücklich werde…

Western City

Auf der Suche nach einem einfachen, schnellen und möglichst auf die Story fokussierten System für Western-Abenteuer bin ich über Western City gestolpert, das mich durch das nette Cover und den Ursprung in einem RPG-Wettbewerb sofort angesprochen hat. Günstig war es auch noch! Leider habe ich es noch nicht testen können, es fehlt wie immer an Zeit aber auch an geeigneten Spielern. Aus meinem RPG-Umfeld habe ich bislang eher negative Spielerfahrungen gehört…

Wild Talents (+ Grim War / This Favored Land / The Kerberos Club)

Der klassische Vertreter der One Roll Engine! Allein für das Regelwerk ist es einen Kauf Wert. Und Kurt hat angedeutet, dass man keine klassischen Superhelden spielen muss, sonder das ganze etwas grimmiger gestalten kann.

Aber wie ich es schon vorher erwähnt hatte: Superhelden sind eigentlich nicht so sehr meines, und daher habe ich es mir auch mehr als „Ansichtsexemplar“ gekauft. Ich bin aber zugegebenermaßen fasziniert von den Möglichkeiten und der Detailverliebtheit gerade auch der zusätzlichen Settingbände und könnte mir tatsächlich eine Runde „This Favored Land“ vorstellen, aber nur als Spieler, und daran hapert es dann.

Advertisements

Kommentare zu: "Warum ungespielt? 05/06" (2)

  1. Da sind verdammt großartige Dinge dabei! Wie wäre es mal mit einer „Ungespielt“-Con, die den festen Vorsatz hat dass man da Dinge entdeckt die man noch nicht kennt! Zu experimentell für den deutschen Hartwurster? 😉 Ich hab nämlich eine ganz ähnliche Liste und weiß auch nicht so recht warum man das nicht mal gespielt hat…
    Auf jeden Fall eine tolle Artikelreihe die mal die traurige Wahrheit des Rollenspiels anspricht! 😀

  2. The Shadow of Yesterday auf deutsch?
    http://www.tsoy.de/tsoy.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: