Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

#RPGaDAY2015 Tag 04

Most Surprising Game?

Insgesamt ist es natürlich um so schwieriger überrascht zu werden, um so mehr man schon gesehen hat, und demnach sollte man vermutlich seine überraschendsten Erlebnisse am Anfang der Rollenspielkarriere gehabt haben, vor allem, wenn man sich eher den ungewöhnlicheren Rollenspielen zuwendet. In meinem Fall trifft das nicht zu, meine größten überraschungen habe ich erst in späteren Jahren gehabt. 

Für mich sind zwei Rollenspiele äußerst überraschend und in gewisser Weise prägend gewesen. Den Anfang mache ich mit The Pool, einem sehr einfachen, kostenlos vefügbarem und meiner Meinung nach revolutionärem Rollenspiel von James V. West. Nicht nur die Charakterdefinition über frei gewählte Morive oder die Tatsache, dass der Spielleiter eine Probe nicht erschweren, wohl aber erleichtern kann oder die Möglichkeit, mit einem wenig detaillierten Charakter mehr frei verfügbare Ressourcen zu haben, vor allem die Tatsache, dass die Spieler ein echtes Erzähleecht für die Konsequenzen ihres Wirkens haben und damit die Erzählverantwortung geteilt wird, hat mich zutiefst beeindruckt und beeinflusst. Jegliche Planung über einen groben Handlungsablauf hinaus wird dadurch hinfällig, Spontanität und Improvisation treten an die Stelle stundenlanger Schienenlegerei. Genial, und dazu noch (ehemals, mir bekannte Links sind momentan down) eingedeutsch verfügbar! Ich bevorzuge allerdings Anti-Pool als Variante mit entschärfter Todesspirale…

Das zweite Spiel mit hohem Überraschungsfaktor war für mich Apocalypse World. Um es vorweg zu nehmen, ich wollte das erst nicht mal ansehen. Ich kann mit post-Apokalypse eher wenig anfangen, das Cover wirkte abstoßend auf mich (und hat nicht den geringsten Bezug zum Inhalt) und selbst die Werbetexte liessen mich kalt. Aber irgendwie hat es mich dann doch interessiert, bei all der Aufruhe in den Foren. Und ich wurde nicht enttäuscht! Für mich ist Apocalypse World die regeltechnische Umsetzung eines guten Spielleiters. Natürlich wird man auch damit aus einem hoffnungslosen Fall keinen packenden Geschichtenerzähler machen, aber selbst ein unterdurchschnittlichen Spielleiter wird bei Beachtung der Regeln sicher eine packende Geschichte erzählen können. D. Vincent Baker hat hier nicht nur ein innovatives Regelsystem erschaffen, sondern sowohl den Spielern als auch dem Spielleiter die nötigen Werkzeuge gegeben, um ein grandioses Sandbox-Spiel zu betreiben. Und ehe noch Frage dazu kommen: Ich mag die Sex-Moves! Wenn Spielercharaktere kämpfend und tötend, plündernd und brandschatzend durch die Gegend ziehen, alle Bars und vor allem die Strassen unsicher machen, warum sollten sie dann nicht auch miteinander oder mit wichtigen NPCs in die Kiste steigen dürfen?

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Kommentare zu: "#RPGaDAY2015 Tag 04" (1)

  1. […] liebstes freies System (The Pool) außer Acht lassen möchte, weil ich es schon in einem  anderen Artikel dieser Serie erwähnt habe, dann wird es schon wieder schwierig, weil es so viele ziemlich gute kostenlose […]

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