Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Archiv für die Kategorie ‘Meta-Gaming’

#RPGaDAY2015 Tag 31

Favourite non-RPG thing to come out of RPGing?

Die Abschlussfrage zum #RPGaDAY2015 – Monat ist wieder eine harte Nuss. Ich könnte jetzt mit lauter wünschenswerten Dingen kommen wie „Soziale Fähigkeiten“, „Verhandlungsführung“, „Kompromissfähigkeit“ kommen. Und das wäre ja nicht mal gelogen, sicherlich sind viele dieser Punkte auch wichtig und zutreffend. Aber ich denke die wichtigste Botschaft aus Rollenspielen ist eine andere, nämlich die Macht der Improvisation. Jede noch so vertrackte Situation hat neben der offensichtlichen Lösung noch mindestens eine andere. Jede Erwartung ist nur eine Möglichkeit. Und das gilt nicht nur für Spieler und Spielleiter, nicht nur im Rollenspiel, in Fantasy und Science-Fiction oder in Fiktion im Allgemeinen. Meine wichtigste Erkenntnis, die zumindest teilweise ihre Wurzeln im Rollenspiel hat, ist es, offen für Alternativen zu sein, im wahren Leben, in jeder Situation! Kinder sind ein unglaublicher „Augenöffner“ für alternative Wege, für die man zuvor blind war.

#RPGaDAY2015 Tag 30

Favourite RPG playing celebrity?

Das mit den rollenspielenden Berühmtheiten ist so eine Sache. Auf der einen Seite geben die meisten Prominenten nicht zu viel von ihrem Privatleben preis, wir wissen also nicht, wer zu Hause die Würfel entscheiden lässt. Und bei denjenigen Prominenten, die über das Hobby sprechen, ist auch immer die Möglichkeit von PR-Geschwafel in Betracht zu ziehen, schliesslich sind heutzutage Nerds cool und eine zahlungskräftige Zielgruppe. 
Ich bin kein all zu großer Fan von Vin Diesel, ich finde seine Filme meist recht einfach gestrickt und bin generell bei laufenden Muskelbergen immer etwas skeptisch. Aber er hat schon vor längerer Zeit auf eine Art und Weise über Rollenspiele gesprochen, die mir sehr sympathisch vorkommt. Und im Gegensatz zu den meisten anderen ist er ein wirklicher Prominenter. Nichts gegen Wil Wheaton, aber prominent ist etwas anderes. 

Wenn ich mir aber einen Prominenten aussuchen könnte, bei dem es denkbar ist, dass er Rollenspieler ist, eine „offizielle Stellungnahme“ aber fehlt, dann würde ich mich vermutlich für Neil Gaiman entscheiden, der für mich nicht nur ein bemerkenswerter Autor ist, sondern insgesamt eine positive, lebens- und vielfaltsbejahende Einstellung ausstrahlt.

Und als letzte Bemerkung: Als Spieler würde ich mit einem festen Griff an meinem Charakterblatt lautstark gegen George R. R. Martin als Spielleiter votieren!

#RPGaDAY2015 Tag 29

Favourite RPG website / blog?

Das Internet quillt ja geradezu über von Seiten zum Thema Rollenspiel, und das dürfte auch mit für die Renaissance unserer Lieblingsbeschäftigung verantwortlich sein.

International ist The Big Purple RPG.net für mich noch ungeschlagen. Die Foren sind so belebt wie sonst kaum irgendwo, die Kolumnen lesen sich tatsächlich gut, die Reviews sind zahlreich und meist gut geschrieben, der Umgangston ist recht moderat und die Moderatoren rigoros. Erwähnenswert wäre natürlich noch The Forge, aber das ist ja inzwischen nur noch ein Archiv, und Story-Games ist einfach nicht das selbe!

Im deutschsprachigen Raum ist meine erste Anlaufstelle zwar rsp-blogs.de aber als reiner Aggregator sollte das nicht zählen. Ich habe mich lange und mit viel Spass im Forum engagierter Rollenspiel-Autoren herumgetrieben, aber auch das ist inzwischen tot und nicht mal mehr erreichbar. Ich schätze die große Benutzerbasis und die breite der vertretenen Meinungen im Tanelorn, aber insgesamt tue ich mich tatsächlich sehr schwer. Ich mag viele einzelne Aspekte vor allem der recht kreativen und heterogenen Blogosphäre, aber eine einzige Seite zu nennen ist mir unmöglich.

#RPGaDAY2015 Tag 26

Favourite inspiration for your game?

Bei so einer Frage kann ich nur schummeln und mit „Medien“ antworten. Ich ziehe meine Inspirationen aus Büchern, Comics, Fernsehserien, Filmen, Fotos, Gedichten und Liedern, aus Videospielen, Magazinen und immer mehr auch dem Internet in Form von Wikis, Pinterest oder sozialen Netzen. Ich weiss, dass ist nicht die Antwort, die erwartet wurde, aber ich kann mich einfach nicht auf eine einzige Quelle festlegen.

Aber ich sehe da eine nahezu unerschöpfliche Inspirationsquelle kommen, und das sind meine Kinder. Sie haben beide klangvolle Fantasienamen für Monster und Waffen ohne besondere Aufforderung ausgespuckt. Sie erzählen mir jetzt schon spannende wenn auch noch recht einfach Handlungsbögen für Fantasy-Abenteuer und haben keinerlei Hemmungen im Umgang mit der eigenen Fantasie und dadurch viel mehr Output als gehemmte Erwachsene. Also, wenn ihr selbst Kinder habt, dann fragt sie doch einfach mal, wie dieses oder jenes Monster heissen sollte oder was das magische Schwert des Helden eigentlich genau kann.

#RPGaDAY2015 Tag 25

Favourite Revolutionary Game Mechanic?

Als „klassischer“ Rollenspieler war mit das Prinzip immer bekannt: Um so schwieriger eine Aktion erscheint, um so schwieriger ist sie auch erfolgreich abzuschliessen. DSA, Shadowrun, Earthdawn, Vampire: The Masquerade? Immer das selbe! Aber dann habe ich Wushu in die Finger bekommen, und auf einmal drehte sich das Rad anders herum. Um so detaillierter, um so cooler ich meine Aktion beschreiben konnte, um so leichter wurde sie! Ein genialer Mechanismus, um wirklich actionreiche Sequenzen zu gestalten.

In einer Hinsicht bin ich sicherlich ein Spätzünder, aber das Konfliktsystem von Chroniken der Engel hat mich wirklich begeistert. Vorher habe ich nie mit Karten als Zufallselement beschäftigt, und zusätzlich ist das „Tarot“artige System von Engel zusätzlich ungewöhnlich. Einerseits gibt es ein Zufallselement, andererseits hängt viel davon ab, ob und wie geschickt der Spieler die Karten interpretieren kann.

#RPGaDAY2015 Tag 22

Perfect gaming enviroment?

Diese Frage ist wieder einmal nicht wirklich eindeutig zu beantworten. Es gibt einen ganzen Sack von Dingen, die zur perfekten Spielumgebung gehören würden, aber nicht alle sind gleich wichtig, dementsprechend ist diese Liste ungeordnet.

  • Sauber!
  • Gut für alle Spieler erreichbar
  • Ausreichend groß
  • Bequeme Sitzgelegenheiten und ein stabiler Tisch
  • Tageslicht und für die späteren Stunden gute Beleuchtungsmöglichkeiten, Fenster, Frischluft
  • Sanitäre Einrichtungen
  • Ein Kühlschrank und die Möglichkeit, Essen zuzubereiten
  • Man ist ungestört und stört niemanden
  • Vorhandene mediale Möglichkeiten (wenigstens Musik sollte drin sein)

Aus nachvollziehbaren Gründen ist das Spielen in den eigenen vier Wänden immer mit Vorteilen (man hat es nicht so weit und kann selbst für Essen, Trinken usw. sorgen), aber auch gravierende Nachteile (oft stört man andere und nachher muss man putzen und aufräumen). An öffentlichen Orten (Jugendclubs, Ladengeschäften, Kneipen) sind wieder andere Punkte erfüllt. Ich tue mich sehr schwer mit der Wahl! Ich bin mir sicher, dass es genug Postings zu den Wahnsinns-Hobbyräumen geben wird, mit vernetzten Spieltischen, eingebauten Flatscreens oder Beamern als Battlemaps und was weiss ich noch. Das sieht immer sehr eindrucksvoll aus, keine Frage, aber ich hatte bislang tatsächlich immer mehr Spass an Runden im Garten auf Plastikstühlen, dafür aber mit Sonnenschein…

Aber zumindest einen kleinen Traum habe ich noch: Ich möchte irgend wann einmal eine Vampire: Dark Ages Runde anbieten, Nachts, abgeschieden von der Zivilisation, am Waldrand in der Nähe eines kleinen Sees, ohne Strom und elektrisches Licht, ohne Handy-Empfang oder WLAN, draußen auf Holzbänken an großen Holztischen, neben einem Lagerfeuer, mit darüber gegrillten Würstchen und Stockbrot und wassergekühlten Getränken, vereinzelt sieht man Fledermäuse vorbeifliegen, man hört die Geräusche des Waldes in der Nacht. Ja, das stelle ich mir ziemlich perfekt vor!

#RPGaDAY2015 Tag 21

Favourite RPG Setting?

Ich bin zwar bekennender Fan von Indie-Systemen und abgefahrenen Setting-Ideen, aber im Grunde meines Herzens weiss ich auch, dass man vor allem eines braucht, um in einer Rollenspielrunde Spass zu haben: Einen Gruppenkonsens über die Welt und die damit verbundenen Elemente. Du kennst das coolste Fantasy-Setting, doch es ist nur von einem asketisch lebenden tibetanischem Mönch in Eigenpublikation beschrieben? Viel Glück! Ein gutes Setting muss möglichst jedem bekannt sein, jeder muss sich darin sofort zu Hause fühlen. Und darum habe ich zwei klare Favoriten:

Für Fantasy bevorzuge ich ganz klar Mittelerde. Mit all den Unzulänglichkeiten, die Tolkien da verwurstet hat, ist es dennoch das vermutlich bekannteste Setting. Fast jeder hat die Bücher gelesen und wenn sich tatsächlich jemand verweigert hat, dann wird man über die Verfilmungen einen gemeinsamen Nenner haben. Die Welt ist gigantisch, sie bietet viele Facetten, sich neben der großen Rahmenhandlung als Heldengruppe zu betätigen, es gibt gleich mehrere dazu passende Rollenspielsysteme, Quellenmaterial im Überfluss, einer sehr aktive Community im Internet – Was soll noch schiefgehen?

Für Science-Fiction bevorzuge ich das Star Wars Universum. Klar, auch mit Star Trek könnte man genug Spieler finden, aber mir liegt diese etwas abgenutztere Welt einfach mehr als das doch recht hochglanzpolierte Star Trek (auch wenn das mit dem Abramsverse zunehmende in eine mir passende Richtung geht). Star Wars bietet einen bunten Genre-Mix, ein nahezu unbegrenztes Universum, wieder unglaublich viel Quellenmaterial und vor allem die Aussicht auf jährlichen Medien-Hype um die kommenden Filme.

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