Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

#RPGaDAY2015 Tag 28

Favourite game you no longer play?

Nostalgie verklärt die Sinne, und ich bin mir dessen sehr bewusst. Realistisch betrachtet waren vermutlich die regelmäßigen Vampire: The Masquerade Runden in meiner Studienzeit eher bescheiden, aber ich blicke immer wieder sehnsüchtig dahin zurück. Eine ganze Reihe sehr netter Mitspielerinnen und Mitspieler, das Zimmer im Studentenwohnheim, in dem wir gespielt haben, die von Alkohol und anderen Substanzen leicht vernebelten Sinne – ja, das hat damals sehr gut gepasst. Heute bin ich mir recht sicher, dass ich kaum mehr Spass an dieser Runde hätte, aber wenn ich heute meine ehemaligen Lieblings-TV-Serien gucke, dann schaudert es mir nur so!

Insgesamt gibt es einige Runden, die ich vermisse, aber bei näherer Betrachtung geht es dabei mehr um die Mitspielerinnen und Mitspieler und weniger um das Spiel an sich. Ich habe lange Zeit ausschließlich mit Freunden gespielt, also mit Leuten, mit denen ich sonst auch unterwegs war, und Rollenspiel war nur eine Facette unserer gemeinsamen Unternehmungen. Inzwischen sieht das (leider) anders aus. Die alten Freundschaften haben sich in Deutschland und der Welt verteilt, gemeinsame Rollenspielrunden sind nicht mehr denkbar, manchmal trifft man sich für Geburtstage oder Hochzeiten. Das heisst nicht, dass die Leute mit denen ich heute Spiele nicht nett wären, keinesfalls. Aber unsere Kontaktpunkte sind eben hauptsächlich das Rollenspiel – das ist schon etwas anderes!

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#RPGaDAY2015 Tag 27

Favourite idea for merging two games into one?

Das ist eine schwierige Frage. Ich mag solche „Genre-Mashups“ gerne, aber Pelgrane Press bedient mich da ja fleißig mit sehr guten fertigen Produkten, so dass ich selbst kaum etwas tun muss. Schon verfügbare Spiele zu mischen hat mich bislang nicht gereizt, aber ich habe zwei Eigenideen in Petto, die zwar in meinen Augen nur halb zählen, aber entscheidet einfach selbst:

Crocodile’s Tail

Auf der Suche nach Geborgenheit, Nähe und Sicherheit schließen sich Menschen zu größeren Gruppen zusammen, teils als Familienverbände, teils verbunden durch Orte oder Interessen. The Crocodile’s Trail ist einer dieser Verbände, ein bunt zusammengewürfelter Haufen von Männern, Frauen und Kindern, die versuchen, gemeinsam der Natur das Nötigste zum Leben abzuringen, ihren Besitz gegen Neider zu verteidigen und ihn durch Überfälle auf Schwächere zu mehren.

Wie Nomaden ziehen sie immer wieder weiter, finden einen Ort, der das Leben leichter macht und verlassen ihn wieder, nachdem er seiner Ressourcen beraubt wurde. Sie leben auf und von dem Wasser, in großen Flößen ebenso wie in den ausgeschlachteten Rümpfen ehemals stolzer Boote. Obwohl die meisten dieser abenteuerlichen, ständig leckenden und beständig vor sich hin rostenden Gefährten einen eigenen Motor besitzen, ziehen sie es vor Treibstoff zu sparen und in ständig wechselnder Formation mit Tauen verbunden von dem alten Schlepper gezogen zu werden, der langsam aber unermüdlich die gesamte Kolonie zieht. Als Vorhut und Nachhut sind bewaffnete Boote oder mutige Chopper auf ihren Jetskis unterwegs um den Weg des Krokodilschwanzes zu erkunden und abzusichern.

(Eine nicht weiter verfolgte Idee für eine Apocalypse World Kampagne, die wichtige Punkte von Mad Max und Waterworld in einem Setting kombiniert.)

Doggerland

„Einst war das Leben leicht in Doggerland, grüne Wiesen und üppige Wälder ernährten Vieh und Wild. Das Land wurde vom weisen König Hjǫrvaldr geführt, es herrschte Frieden und Überfluss. Doch des Königs Magier waren zu gierig, zu mutig und beschworen Mächte herauf, die sie nicht kontrollieren konnten. Und so kam der Fimbulwinter und das Eis schloss unsere Heimat ein, ließ die Wiesen erstarren, die Wälder lichteten sich und das Vieh erfror jämmerlich. Das Königreich ist in die zwölf großen Sippen zerbrochen, jede unter dem Schutz eines der Asen in Asgaard, die in einem unruhigen Wettstreit um die wenige Nahrung leben.

Die See unter dem Eis ist schwarz wie die Nacht und die wiederauferstandenen Toten glotzen durch das Eis und gieren nach den Lebenden, und wo das Eis zu dünn ist brechen sie hervor und verstecken sich in der Dunkelheit um auf Beute zu lauern. Riesen und Trolle sind vom Himmel herabgestürzt und die graben sich durch Tunnel aus der Erde hinaus. Svartálfar gleiten lautlos über den gefrorenen Boden. Und obwohl man die Magie geächtet hat, gibt es nach wie vor gewissenlose Zauberer, die das Unheil weiter schüren!

Es ist eine Zeit der Helden, die mutig, unerschrocken und von den Göttern beseelt ausziehen, um das Unheil von Doggerland zu vertreiben.“

(Eine angefangene und immer noch in stetiger, extrem langsamer Ausarbeitung befindliche Idee eine mystischen Wikinger-Settings mit Horror-Elementen, ursprünglich als HeroQuest-Kampagne gedacht, aktuell schiele ich aber begehrlich zu Fantasy AGE als Regelunterbau.)

#RPGaDAY2015 Tag 24

Favourite House Rule?

Hausregeln haben bei mir meist die Funktion übernommen, eine Unzulänglichkeit in den Originalregeln zu beheben. Sie sind dementsprechend eher funktional, unscheinbar und ohne großes Tamtam, darum bleiben sie mir auch nicht als besonders wichtig in Erinnerung. Dazu neige ich als Spielleiter eher dazu, die Regeln auch mal zu ignorieren, und als Spieler verlasse ich mich völlig auf den Spielleiter.

Eigentlich kann ich mich nur an eine einzige Sache erinnern, die irgendwie bedeutsam erschein: In einer Community – also einer Runde mit wechselnden Spielern – habe ich die Vergabe der Erfahrungspunkte den Spielern selbst überlassen, indem sie nach der Runde verdeckt abgestimmt haben, wer besonders unterhaltsam, gewinnbringend, tragisch oder anderweitig wichtig für die Runde war. Das ganze hat aber ehrlich gesagt nur mäßig funktioniert, die Spieler waren mit der Aufgabe überfordert und wollten das bald nicht mehr machen. Aber eigentlich halte ich das nach wie vor für das bessere System…

#RPGaDAY2015 Tag 23

Perfect Game for You?

Das dürfte wohl die schwierigste Frage aller Zeiten sein, oder? Was ist schon perfekt? Ich stand lange Zeit vor meinem Rollenspielregal und habe versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden, aber ich kann mich einfach nicht festlegen. Und wie genau ist das eigentlich gemeint, geht es um das perfekte Rollenspiel, oder um die eine perfekte Rollenspielsitzung? Oder haben wir uns schon vom Rollenspiel gelöst und jedes Spiel zählt? Ich kann nur sagen, was für mich eine gelungene Rollenspielrunde ausmacht:

Wenn alle Spieler zusammen eine spannende Geschichte erlebt haben, in deren Verlauf wir zumindest immer mal wieder vergessen haben, dass wir nur spielen, in der die wichtigen Grund-Emotionen (Angst, Wut, Ekel, Freude, Trauer, Verachtung, Überraschung ergänzt um Liebe) bedient wurden, in der auch mal gelacht werden konnte, in der wir die Zeit ganz vergessen haben und nach der wir alle mit einem guten Gefühl nach Hause gehen.

Ich habe so eine Konstellation schon mit den unterschiedlichsten Settings und Systemen erlebt, viel mehr als von diesen Faktoren hing es von den Mitspielern ab.

#RPGaDAY2015 Tag 18

Favourite SF RPG?

Science-Fiction ist für mich ein schwieriges Genre, weil es so unglaublich breit gefächert ist. Ist Cyberpunk Science-Fiction, oder ist das zu sehr „Near Future“? Was ist mit postapokalyptischen Settings?

Auf der Setting-Seite hat mich selten ein Rollenspiel so gefesselt wie Blue Planet. Es enthält nicht nur vieles von dem, was Shadowrun für mich so begehrlich gemacht hat, sondern auch noch eine gehörige Portion Wild West. Ich habe es immer als Cyberpunk im Bikini verkauft, aber man könnte damit so viel mehr machen. Die Produktlinie ist so schön schmal, dass man problemlos alle Bände kaufen kann und damit genug Material für unbegrenzten Spass hat.

Auf der Regel-Seite war ich ja durchaus ein Freund von der FFG-Version von Star Wars. Aber jetzt muss ich einfach in Nostalgie schwelgen und für Shadowrun votieren, mit all den Unzulänglichkeiten des System, der völlig übertriebenen Detailliertheit der Kampfregeln, den gruppenspaltenden Regeln für Decker, Rigger und Magier, den viel zu kleinen Würfelbechern… Egal! Und bei dem aktuellen Preis der deutschsprachigen Softcover-Edition kann man eigentlich gar nichts falsch machen, oder?

#RPGaDAY2015 Tag 17

Favourite Fantasy RPG?

Für die folgenden Fragen würde ich gerne Setting und Regeln trennen. Einerseits kann ich daher weiterhin zwei Antworten geben, weil ich Probleme habe, mich auf eine Antwort festzulegen, andererseits habe ich oft ein Problem mit den zu einem Setting gehörigen Regeln…

Also, „Setting-Sieger“ ist ganz klar mit großem Abstand Earthdawn. Die Edition ist damit ja ziemlich egal, ich habe aber ehrlich gesagt die Fortführung des Plots in der neusten Edition nicht mitbekommen. Aber die ganze Prämisse ist einfach genial. High Fantasy, eine unglaubliche spannende Welt mit nahezu unendlichen Möglichkeiten, sehr reizvolle Charakterklassen, ein guter Metaplot. Es gibt wenig Fantasy-Welten, die so inspirierend sind, mit so viel Liebe zum Detail ausgestaltet, so fantastisch und dennoch in sich geschlossen glaubwürdig. Ich kann gar nicht gut genug von Earthdawn sprechen!

„Regel-Sieger“ ist für mich The One Ring von Cubicle 7. Hier muss ich einschränkend dazu sagen, dass die Regeln sicherlich nicht perfekt sind, aber ich habe noch nie erlebt, dass jemand durch die verwendeten Regelmechanismen ein Setting so werkgetreu abbildet wie in dieser Produktreihe. Wer Mittelerde mag, und damit meine ich die Welt, die in den Büchern beschrieben wird, nicht zwingenderweise die der Filmadaptationen, der wird hier die wesentlichen Aspekte in Regeln gefasst präsentiert bekommen. Ich bin sehr angetan!

#RPGaDAY2015 Tag 16

Longest Game Session Played?

Ich werde hier auch nichts besonders eindrucksvolles Schildern können. Ich glaube, länger als 12h habe ich nie gespielt, maximal waren es 16h. Eine Shadowrun-Runde hat mal deutlich länger als geplant gedauert, aber wirklich exzessiv war es nie. Diese Erfahrung habe ich bislang nicht gemacht, und inzwischen habe ich nicht mehr die Kondition, um so lange wirklich aufmerksam zu sein, es wäre vermutlich nur eine Quälerei. Es sei denn, die Ruhepausen werden in Echtzeit dargestellt, dann ginge es vielleicht ;-).

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