Indie-RPGs und der Mainstream neu interpretiert

Beiträge mit Schlagwort ‘Star Wars’

#RPGaDAY2015 Tag 21

Favourite RPG Setting?

Ich bin zwar bekennender Fan von Indie-Systemen und abgefahrenen Setting-Ideen, aber im Grunde meines Herzens weiss ich auch, dass man vor allem eines braucht, um in einer Rollenspielrunde Spass zu haben: Einen Gruppenkonsens über die Welt und die damit verbundenen Elemente. Du kennst das coolste Fantasy-Setting, doch es ist nur von einem asketisch lebenden tibetanischem Mönch in Eigenpublikation beschrieben? Viel Glück! Ein gutes Setting muss möglichst jedem bekannt sein, jeder muss sich darin sofort zu Hause fühlen. Und darum habe ich zwei klare Favoriten:

Für Fantasy bevorzuge ich ganz klar Mittelerde. Mit all den Unzulänglichkeiten, die Tolkien da verwurstet hat, ist es dennoch das vermutlich bekannteste Setting. Fast jeder hat die Bücher gelesen und wenn sich tatsächlich jemand verweigert hat, dann wird man über die Verfilmungen einen gemeinsamen Nenner haben. Die Welt ist gigantisch, sie bietet viele Facetten, sich neben der großen Rahmenhandlung als Heldengruppe zu betätigen, es gibt gleich mehrere dazu passende Rollenspielsysteme, Quellenmaterial im Überfluss, einer sehr aktive Community im Internet – Was soll noch schiefgehen?

Für Science-Fiction bevorzuge ich das Star Wars Universum. Klar, auch mit Star Trek könnte man genug Spieler finden, aber mir liegt diese etwas abgenutztere Welt einfach mehr als das doch recht hochglanzpolierte Star Trek (auch wenn das mit dem Abramsverse zunehmende in eine mir passende Richtung geht). Star Wars bietet einen bunten Genre-Mix, ein nahezu unbegrenztes Universum, wieder unglaublich viel Quellenmaterial und vor allem die Aussicht auf jährlichen Medien-Hype um die kommenden Filme.

#RPGaDAY2015 Tag 06

Most recent RPG played?

Zuletzt geleitet habe ich Star Wars: Age of Rebellion im Rahmen einer Community mit wechselnden Spielern. Ich mag das System, das mir immer wieder Anstösse jenseits von „geschafft / gescheitert“ gibt und dennoch traditionell genug für die meisten Spieler bleibt. Die Spezialwürfel stören mich nicht wirklich, ich habe so viele Würfelsets gelauft, da kommt es auf diese merkwürdigen Dinger auch nicht mehr an. Allerdings hätte man die Zahl der Würfel auch so wählen können, dass man mit einem Set auskommt, und auch die billigen Force-Tokens sind eindeutig zu wenig…

Zuletzt als Spieler war ich in einer sehr angenehmen The Esoterrorists Runde, soweit ich das erkennen konnte noch die erste Version. Nachdem ich Gumshoe schon einige Male als Spielleiter genutzt habe, konnte ich diesmal die Spielerperspektive einnehmen und hatte dadurch sicher einen kleinen Vorteil, weil ich etwas optimierter spielen konnte als die Gumshoe-Unerfahrenen. Ich mag den Resourcen-Management-Ansatz in Kombination mit dem  Zufallselement und finde das Setting sehr atmosphärisch. Ich habe so meine Probleme mit dem oft stark Lovecraft-geprägten Horror Genre, aber gerade diese Rollenspiellienie hat mich immer wieder gepackt. Seien es die meiner Meinung nach großartigen Abenteuer oder auch das „Monsterbuch“ Book of Unremitting Horror – da sind Dinge dabei, die mich wirklich schaudern lassen!

Rollenspiel-ADHS 03: Star Wars

Inspirationen

A long time ago in a galaxy far, far away…. Was soll ich noch anderes dazu sagen. Besonders spannend finde ich, dass vermutlich unterschiedliche Zielgruppen ganz andere Inspirationsquellen benutzen können. Ich als älteres Semester halte mich an die Original-Trilogie von 1977-83 und bin verzaubert von dem märchenhaften Charme, den dramatischen Enthüllungen, der fesselnden Liebesgeschichte ohne den ganzen Schnulz (Zitat: „I love you!“ – „I know.“) den bahnbrechenden Special Effects und schwelge in nostalgischer Erinnerung an eine bessere Vergangenheit.


Die Jüngeren unter uns werden vielleicht eher die Prequels heranziehen, die bei objektiver Betrachtung gar nicht so besonders schlecht waren, sondern nur die exorbitanten Erwartungen der alternden Fans nicht erfüllen konnten. Wieder andere sind ganz in Timothy Zahns Extended Universe eingestiegen oder ließen sich von den zahlreichen gut gemachten Computerspielen und den zwei MMORPGs erleuchten. Wie auch immer, für jeden sollte etwas dabei sein!

Was muss es können?

Natürlich muss es in der Lage sein, den „Space Opera“ Stil abzubilden. Hier geht es nicht um knallharte Science-Fiction-Geschichten, sondern um „Mantel-und-Degen“ im Weltraum. Kämpfe müssen spektakulär sein aber wenig tödlich, einfache, gesichtslose Gegner sollten im Dutzend abgearbeitet werden können. Verfolgungsjagden und Raumschiffkämpfe müssen dabei sein. Eine besondere Herausforderung ist die Macht mit all ihren Spielarten. Und kaum ein Rollenspieler will sich der verführerischen dunklen Seite der Macht sofort gegenüber verschließen, also müssen auch dafür Regeln her.

Balancing ist ein weiteres Stichwort. In einem Setting mit so übermächtigen Charakteren wie den Jedi-Rittern muss es Maßnahmen geben, um nicht „Macht-Begabte“ dennoch als Spielercharaktere attraktiv zu machen. Dabei können diese gerne schwächer sein als die Jedi der Gruppe, sie sollten aber die selben Spielanteile bekommen und nicht nur Wasserträger sein.

Ein so vielfältiges Universum wie es in Star Wars beschrieben ist lässt sich sehr schwer in Regeln fassen. Das ideale System erlaubt gerade deshalb trotzdem die flexible und einfache Einbindung der unzähligen Alien-Rassen sowohl als NSCs als auch als SCs.

Was gibt es?

Generell gibt es zwei mehr oder weniger leicht erhältliche kommerzielle Rollenspiele im Star Wars Universum. Einerseits ist das die W6-Version von West End Games, die mit einer unglaublichen Zahl an Supplements teilweise den Canon mitbestimmt hat. Andererseits sind da die d20-Produkte von WotC, aktuell in der Saga-Edition. Beide werden meiner Meinung nach dem Setting nicht gerecht, vor allem die d20-Version ist mir in zu viele Regeln, Klassen und Beschränkungen gefasst.

Auf der freien Seite muss man erst einmal ganz genau suchen und hinsehen. Es gibt eine große Anzahl an Fansystemen, meist Conversions für bestehende Systeme, die aber nicht an die große Glocke gehängt werden. Aber wer sich ein wenig anstrengt, der wird fündig werden. Sicher habe ich vieles übersehen, also freue ich mich über Hinweise als Kommentar. (mehr …)

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